Don’t drink & drive

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Dass man betrunken kein Auto fahren darf, ist allen bewusst. Dass man eigentlich auch sein Fahrrad schieben sollte, wissen die meisten. Aber spricht eigentlich etwas dagegen, betrunken mit seinem Rollstuhl unterwegs zu sein?  Würde man dann einen Punkt in Flensburg bekommen? Oder würde mir die Polizei meinen Rollstuhlführerschein entziehen? Darf es in solchen Situationen eine Vorschrift geben?

Der Samstag begann mit einem Trip ins Nova Eventis. Wir haben zusammen gegessen und waren eine Runde shoppen. Auch in dem Laden, in dem ich bis vor meinem Unfall gearbeitet habe,  habe ich mich mal blicken lassen. Es war ein komisches Gefühl. Mir kam alles sehr vertraut vor und trotzdem war es mir fremd. Ich sehe jetzt alles aus einem anderen Blickwinkel und Sachen, an die ich vorher ohne Probleme gekommen bin,  werden jetzt zu einer echten Herausforderung.

 

Samstag Abend ging es dann zu Lille. Alle Jahre wieder feiert sie ihren Geburtstag und jedes Jahr wird es eine mega Fete, bei der ich auch dieses Mal nicht fehlen wollte. Wir machten uns wie in alten Zeiten alle zusammen in ihrem Bad fertig. Sogar mit Rollstuhl passte es noch.
Gegen halb 7 kamen dann auch die anderen Gäste und das jährliche Spektakel nahm seinen Lauf: Menschenmassen – Bowle – laute Musik – geile Stimmung – Absturz!
(PS: An Lilles Mama – die Küche ist unbeschadet geblieben. An alle anderen Mama’s -es artet nicht immer so aus.)

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Nach so langer Zeit habe ich endlich mal wieder mit meinen Freunden feiern können. Es war eine Masse an Menschen da, einige davon habe ich zum ersten Mal wieder gesehen.
Natürlich musste ich mit jedem anstoßen. Lille ist Meister der Bowle. Es war wie immer süffig, die Früchte haben aber eindeutig zu lange im Alkohol gelegen.
Wie viel Gläser es am Ende waren, weiß ich nicht, es waren aber einige. Musik und Stimmung waren tipitopi! Alle haben gesungen und getanzt und einfach die Zeit vergessen. Am Ende folgte bei ziemlich allen Anwesenden der Absturz, einschließlich mir.

Mein liebe Oma hat mich dann mitten in der Nacht abgeholt und Taxi gespielt. Wie ich in das Auto und wieder raus gekommen bin, weiß ich nicht mehr. Ich hab es aber nach Angaben von Omi alleine geschafft. Den Weg vom Parkhaus auf die Station habe ich dann alleine bestritten. Diese 500 Meter haben sich wie mehrere Kilometer angefühlt, ich hab nämlich mindestens vier Mal alles verloren, was auf meinem Schoß lag. Das erklärt auch den Muskelkater in meinem Rücken. Meine Zimmergenossen haben mich verflucht, als ich lautstark ins Zimmer gesteuert bin. Zum Glück haben sie es mir aber nicht übel genommen. Der Morgen danach war nicht ganz so lustig! Ich hatte einen fetten Kater und habe fast den ganzen Sonntag geschlafen, nichts gegessen und nur Tee getrunken.

Ich habe an dem Abend also erstmals im Rollstuhl die Erfahrung gemacht. Ich war das erste Mal nach meinem Unfall auf einer Party. Ich war das erste Mal betrunken auf Rädern unterwegs. Ich bin das erste Mal im Rollstuhl abgestürzt. Ich hatte das erste mal einen Filmriss.

Wenn ich sonst nach so einer Nacht aufgewacht bin, habe ich mich immer gefragt, warum? Warum musst du immer so übertreiben? Als ich Sonntag aufgewacht bin, wusste ich allerdings sofort die Antwort. WEIL ICH ES NOCH KANN!!! Ich kann noch zusammen mit meinen Freunden feiern, trinken, lachen und sogar tanzen. Dafür würde ich jeden weiteren Kater in Kauf nehmen.

 

 

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