SCHWERElosigkeit

Was wiegt eigentlich ein Bein? Meins gefühlte Tonnen. Es kann doch nicht so schwer sein, es hochzuheben! Denkt man. Wenn man es aber absolut nicht mehr ansteuern kann, kommt es einem vor, als wär es aus Beton oder irgendwo festgeklebt.
Wenn ich auf dem Bett sitze und meine Beine hochlegen will, dauert das circa 10 Minuten. Ich hab in meinen Armen einfach zu wenig Kraft. Ich brauche mehrere Versuche und bin anschließend völlig außer Puste. Alter Schwede! Es ist wahnsinnig anstrengend und raubt mir täglich die Nerven. Übungssache, sagen alle. Hab Geduld, sagen alle. Ja, ist mir schon klar. Trotzdem kotzt es mich an. Außerdem kann ich diese weisen Klugscheißersprüche nicht mehr hören, auch wenn sie nur gut gemeint sind.

Im Gegensatz dazu fühlen sich meine Beine im Wasser ganz anders an. Ich setze mich an den Beckenrand, lasse sie im Wasser baumeln, merke es aber nicht. Ich kann dieses Gefühl einfach nicht einmal ansatzweise beschreiben. Ich merke nicht, ob und wann meine Beine das Wasser berühren. Wie verrückt ist das denn?! Trotzdem merke ich irgendwie, dass sie an mir dran hängen. Sie ziehen mich nach unten. Wenn ich mich aber konzentriere, treiben sie an der Oberfläche. Mir fehlen einfach die Worte um diese Situation beschreiben zu können. Im Wasser kann ich mich ohne meinen Rollstuhl bewegen und meine Beine sind viel leichter. Es fühlt sich super gut an und ich freue mich jede Woche auf die eine Stunde Schwerelosigkeit.

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