& täglich grüßt das MRT

Bei meinem Unfall wurde mein Kopf anscheinend so stark hin und her geschleudert, dass ich eine Dissektion der Arteria carotis interna beidseits erlitt.  Auf Deutsch – meine Halsschlagader war eingerissen. Eine der häufigsten Folgen ist dann ein Schlaganfall. Ich hatte sogar zwei, zum Glück aber nur kleine. Um den Verlauf der Verletzung zu kontrollieren, musste ich mehrmals zum MRT. Die ersten Male in Leipzig bekam ich gar nicht mit. Ich war so zugedröhnt und schlief die ganze Untersuchung. Erst bei dem Abschluss-MRT, vor meiner Verlegung nach Halle, war ich bei vollem Bewusstsein.
Jetzt, ein halbes Jahr später, sollte das ganze nochmal untersucht werden. Weil das MRT hier aber gerade renoviert wird, musste ich kurzerhand nach Schkeuditz. Ja, ich hab mir auch an den Kopf gefasst. Gibt es hier in Halle nur eine mögliche Anlaufstelle für so eine Untersuchung?
Na von mir aus, dann eben mal schnell in die Helios Klinik nach Schkeuditz. Ich finde, in so einem Ding fühlt man sich wie lebendig begraben. Es ist eng, man darf sich nicht bewegen und man kommt allein nicht wieder raus. Der einzige Unterschied ist die Lautstärke. Wieso um alles in der Welt ist es da drin so laut? Und warum dauert das so lange? Man könnte ja schlafen, wäre da nicht dieser Krach. Stattdessen liegt man da, will eigentlich an nichts denken und macht sich dann gerade noch mehr Gedanken. Über Gott und die Welt.

Nun lag ich also wieder da. Lebendig begraben. Und um so mehr ich versucht habe an nichts zu denken, um so mehr geisterte in meinem Kopf rum. Ich überlegte mir zum Beispiel schon neue Themen für den Blog und schrieb in Gedanken schon fast den ganzen Beitrag. Dann bin ich wieder bei meinem Unfall angekommen und versuchte mich an den Tag zu erinnern. Was ist passiert? Wieso kam es zu diesem Unfall? Aber da ist einfach nichts mehr. Absolut gar nichts. Je länger ich darüber grübelte, desto trauriger wurde ich. Auf einmal liefen mir die Tränen das Gesicht runter. Ich durfte mich nicht bewegen um sie wegzuwischen und versuchte normal weiter zu atmen. Hm …  manchmal ist einfach der Moment gekommen in dem man denkt: WARUM? Warum ich? Was habe ich in meinem Leben schlimmes gemacht, dass es mich jetzt so erwischt hat?
Und so oft ich mir die Frage auch stelle, finde ich keine zufriedenstellende Antwort.
Ich rede mir einfach ein, sowas passiert nur Menschen, die stark genug sind.

#GOHARDORGOHOME

An diesem Spruch ziehe ich mich täglich nach oben. Und es klappt erstaunlicherweise echt gut. Es gibt selten Tage an denen ich down bin. Ich bin ein Kämpfer und rede mir das auch jeden noch so beschissenen Tag ein.

 

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